Gruppe B17

Keine Zusammenarbeit mit antisemitischen Linken

Zum 31.Oktober hat die Gruppe “Antifaschistische Linke International >A.L.I.<” das Bündnis “zusammen kämpfen” aus Magdeburg nach Göttingen eingeladen. Die Diskussionsveranstaltung “Ladenschluss” soll im Rahmen der “Antifaschistisches Wochenende 2008 - Für eine starke antifaschistische Kultur – Gegen rechte Zentren und Naziläden vorgehen!” stattfinden. Im Folgenden wollen wir darstellen wieso sich eine Zusammenarbeit mit Bündnissen wie “zusammen kämpfen” für eine antifaschistisch und emazipativ verstehenden Linke verbieten sollte.

Hinter dem Bündnis “
zusammen kämpfen” stehen keine anderen als die Gruppen AAMD (Autonome Antifa Magdeburg) und die GIS (Gruppe Internationale Solidarität). Diese sind gerade im vergangen Jahr (2007) durch ihr militant-antisemitisches Verhalten bundesweit bekannt geworden.

Verlauf der Übergriffe in Magdeburg:

  • Am 27.01.2007 fand organisiert vom A.I.P. (Antifa-Infoportal Magdeburg) anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Auschwitz-Stammlagers Monowitz durch die Rote Armee eine antifaschistische Kundgebung unter dem Motto "...daß Auschwitz nicht sich wiederhole" statt. Während der Kundgebung kam es zu Provokationen und im Anschluss zu gewalttätigen Übergriffen gegen TeilnehmerInnen der Kundgebung durch Mitglieder der Gruppen "Autonomen Antifa Magdeburg" (AAMD), "Gruppe Internationale Solidarität" (GIS) und der "Frauengruppe Magdeburg". Die TäterInnen rechtfertigten ihre Übergriffe damit, dass sie in ihrer "internationalistischen Stadt" keine "antideutsche Politik" "dulden" würden, womit wohl auch Kundgebungen, die sich gegen Antisemitismus wenden und die sich kritische mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen gemeint sind und kündigten weiteres Vorgehen gegen die ihnen missliebigen AntifaschistInnen an.i

  • Am 13.06.07 fand die Veranstaltung "Entweder Kritik der politischen Ökonomie oder reaktionärer Antikapitalismus", organisiert vom A.I.P., mit einem Mitglied des "Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig" statt. Im Laufe dieser Veranstaltung versuchte eine Person der GIS, welche durch Übergriffe gegen das A.I.P. und deren Umfeld bekannt war, Einlass zu erlangen, wurde jedoch abgewiesen. Die Person kam im Folgenden mit einer größeren Gruppe von Mitglieder der AAMD zum Veranstaltungsort zurück und griffen, nachdem ihnen erneut der Eintritt verweigert wurde, Personen im Eingangsbereich zum Veranstaltungsort körperlich an. Aufs Neue wurde der Angriff im Nachhinein gerechtfertig und weitere Angriffe angekündigtii

  • Am 27.06.07 wurde die Veranstaltung "Zur Kritik des Antisemitismus und des Antiamerikanismus. Solidarität mit Israel." des A.I.P. durch Personen aus den Gruppen "Gruppe Internationale Solidarität Magdeburg", der "Autonomen Antifa Magdeburg", der "Frauengruppe Magdeburg", sowie aus deren Umfeld angegriffen. Zum Teil vermummt griffen diese TeilnehmerInnen der Veranstaltung körperlich, sowie mit Steinwürfen und Reizgas an.iii

  • Im Verlauf der Demonstration "We are gratefull - We will celebrate" am 19.01.2008 gegen das Gedenken zur Bombardierung Magdeburgs des A.I.P. kam es durch Personen aus den Gruppen AAMD, GIS und Frauengruppe Magdeburg zu Übergriffen auf TeilnehmerInnen dieser Veranstalltung. Es kam zu mindestens drei körperlichen Angriffen auf vermeintliche “Antideutsche”. Des weiteren versuchte eine Gruppe von ca. 20 Personen mit den Parolen "Nie wieder Israel", "USA - internationale Völkermordzentrale" und "Nazis raus!" eine direkte Auseinandersetzung an der Demonstration zu provozieren.iv

  • Des weiteren wurde eine bedrohliche Stimmung gegen Mitglieder des A.I.P. in Magdeburg geschaffen. Dies reicht vom Zerstechen von Autoreifen über das Abschießen von Feuerwerksraketen auf eine Wohngemeinschaft, der Androhung körperlicher Übergriffe und der Umsetzung dieser in den benannten Fällen, bis hin zu Aufklebern mit Mordaufrufen (»Töte den Antideutschen!«)”.v

Sieht man von den gewalttätigen Angriffen auf AntifaschistInnen ab, welche zur Aufkündigung jeglicher Zusammenarbeit mit diesen Gruppen und ihrem Umfeld ausreichen würden, gibt es immer noch reichlich schwerwiegende Gründe, mit diesen Gruppen nicht zusammen zu arbeiten. Trotzdem sollten auch gerade ihre politischen Inhalte zum Gegenstand der Kritik werden.

Zum Einen zeigen diese Gruppierung ein völlige Verachtung des Lebens von Individuen, welche sie immer wieder durch ihre Bereitschaft offenbarten, auch schwerste körperliche Verletzungen von Einzelpersonen in Kauf zunehmen. So galt ihnen jede Person, die sich auf Veranstaltungen des A.I.P. aufhielt oder dem Label von “Antideutschen” zugeordnet werden konnte, als Zielscheibe ihrer Aggression. Es zeigt sich, wie das A.I.P. es formulierte, dass die Einordnung einer Person als “antideutsch” “eine sich selbst genügende Handlungsbegründung für repressive Aktionen” für diese Personen darstellt. In ihrem antiimperialistischen Weltbild - in welchem das Kollektiv alles, das Individuum nichts zählt - spiegelt sich eben jene Ideologie wieder, welche auch durch ständige Solidarisierung mit "nationalen Befreiungsbewegungen" zum Ausdruck gebracht wird. So finden ihr Handeln und ihr Weltbild zusammen. Durch ihr Vorgehen versuchen die AAMD und GIS jedes Abweichen von einer “Magdeburger Linie” zu strafen - entweder ist man Teil der “antiimperialistischen Linken” Magdeburgs oder man wird mit allen Mitteln bekämpft.

Zum anderen verbietet sich eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen auf Grund ihres antisemitischen Weltbildes. Dieses zeigt sich zum einen durch die Solidarisierung mit der Intifada palästinensischer Terrorgruppen und ihrem offen artikulierten Hass auf den Staat Israel. Diesen erklären die Magdeburger Antiimperialisten zum “Apartheidsregime” und unterstützen ideologisch und praktisch den “Volksaufstand gegen die Besatzungvi, welcher nichts anderes als die Zerstörung des israelischen Staates bedeutet. Diese Zerstörung haben die Gruppen, mit welchen sich die Magdeburger Antiimperialisten in ihrer Begeisterung und Unterstützung der Intifada solidarisierenvii, wie beispielsweise die Hamas, in ihrer Charta klar festgelegt. Durch Selbstmordanschläge brachten selbige im Laufe der zweiten Intifada ihren Hass auf Juden und das Leben von Individuen zum Ausdruck. Zum anderen zeigt sich durch Parolen wie “Nie wieder Israelviii und “Israel verreckeix, die Bezeichnung von israelsolidarischen AntifaschistInnen als “Nazis” und Angriffe auf Israelfahnen das antisemitische und antizionistische Weltbild dieser Gruppen.

Einer Debatte sowie jeglicher Zusammenarbeit mit diesen Gruppen ist entschieden entgegenzutreten. Eine Auseinandersetzung mit Personen, welche ein wahnhaftes Weltbild vertreten und mit aller möglichen Gewalt gegen emanzipative Linke vorgehen, lehnen wir grundsätzlich ab.

Das gerade die A.L.I. die Magdeburger Gruppen einlädt verwundert uns nicht, denn es zeigt sich ein roter Faden - von der Einladung von Bands mit antisemitischen Tendenzen, die körperlichen Angriffe auf Kritiker dieser Veranstaltung, hin zu Angriffe auf Israel-Fahnen. So stellt die Einladung der Magdeburger Antisemiten einen logischen weiteren Schritt dieser Politik dar. Jedoch erwarten wir von allen antifaschistischen und emanzipativen Personen und Gruppierungen, dass sie diesen Gruppen und ihren Unterstützern nicht zusammen arbeiten und ihnen keine Räume zur Verfügung zu stellen, sowie wenn notwendig sich von ihnen klar distanzieren. Diese Gruppen sind als das was sie sind - antisemitische Schläger-Truppen – zu benennen und zu bekämpfen. Ihr Selbstverständnis als “antifaschistisch” und “linksradikal” darf kein Grund zur Rücksicht und Verharmlosung dieser Gruppen und ihrem Weltbild sein.

Wir fordern zur Solidarität mit den von den Angriffen betroffenen GenossInnen auf. Außerdem muss dem antizionistischen und antisemitischen Weltbild, nicht nur in Magdeburg, offensiv entgegen getreten werden.



Kein Frieden mit den Feinden Israels!

Antizionismus und Antisemitismus bekämpfen!

iJanuar 2007: Übergriffe auf TeilnehmerInnen einer Shoah-Gedenk-Kundgebung in Magdeburg; http://roadmap.sytes.net/magdeburg.html und “Der antisemitische Wahnsinn hat Methode - Stellungnahme zum Angriff von Antiimperialisten auf eine Veranstaltung in Magdeburg mit Referenten des Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig”, http://www.israel-soli.de/texte.html#sn2

iiJuni 2007: Angriffe auf zwei Infoveranstaltungen gegen antisemitismus in Magdeburg, http://roadmap.sytes.net/magdeburg2.html und Antifa Infoportal // 18.06.2007 “Angriff auf Infoveranstaltung”, http://aipmd.pytalhost.de/texte/angriffaufinfoveranstaltung.html

iiiJuni 2007: Angriffe auf zwei Infoveranstaltungen gegen antisemitismus in Magdeburg, http://roadmap.sytes.net/magdeburg2.html und Antifa Infoportal // 04.07.2007 “Im Gleichschritt Links - ein Veranstaltungsbericht”, http://aipmd.pytalhost.de/texte/berichtkritikdesantisemitismus.html sowie Antifa Infoportal // 19.07.2007 “… Täter sind keine Opfer”, http://aipmd.pytalhost.de/texte/fuerdasendedergewalt.html

ivAntifa Infoportal // 15.02.2008 "Celebration Time, Come On! - Bericht und Auswertung zum 19. Januar 2008", http://aipmd.pytalhost.de/texte/bericht19januar.html

vJungleWorld “Magdeburder Antifada” 12. Juli 2007, http://jungle-world.com/artikel/2007/28/19945.html

vihttp://www.israel-soli.de/texte.html#sn2

viihttp://media.de.indymedia.org/images/2007/07/189195.jpg

viiiAntifa Infoportal // 15.02.2008 "Celebration Time, Come On! - Bericht und Auswertung zum 19. Januar 2008", http://aipmd.pytalhost.de/texte/bericht19januar.html

ixJungleWorld “Magdeburder Antifada” 12. Juli 2007, http://jungle-world.com/artikel/2007/28/19945.html